






Der geringe Anreiz zum Verweilen auf dem Theaterplatz in Krefeld
veranlasste die Stadt, einen Wettbewerb zur städtebaulichen Neuordnung
des Quartiers zwischen Ostwall, St. Anton-Straße und Königstraße
auszuloben. Die neue Mediothek ist der erste realisierte Abschnitt der geplanten Neugestaltung dieses öffentlichen Raums, zu dem auch das Seidenweberhaus und das
Stadttheater gehören. Städtebaulich fügt sich der Neubau wie die alte
Stadtbibliothek parallel zum denkmalgeschützten Stadttheater an der
Westseite des Theaterplatzes ein.Auf rechteckigem Grundriss entstand ein klar gegliedertes,
3-geschossiges Gebäude, das sich mit seiner gläsernen Eingangsfassade
zum Theaterplatz öffnet. Die offene, einladende Fensterfront wird
seitlich durch dunkelgrauen Naturstein gefasst. Weiße, großformatige
Fassadenplatten gestalten die Gebäudehülle an ihren Längsseiten. In
versetzen Höhen angeordnete, öffenbare Bandfenster bilden dabei den Raumfluss im Gebäudeinnern nach
außen ab. Eine auskragende Sichtbetondeckenplatte fasst die
unterschiedlichen Fassadenthemen zusammen und bildet als Vordach
gleichzeitig den Gebäudeauftakt.Der Zugang zur Mediothek erfolgt durch den herausgezogenen Haupteingang
am Theaterplatz. Über das Foyer, in dem sich Information, Ausstellungs-
und Verbuchungstheken befinden, gelangt der Besucher in das
glasüberdachte Gebäudeatrium. Hier zeigt sich vollständig die
außergewöhnliche Innenraumgestaltung, die auf der Idee des
»kontinuierlichen Raums« aufbaut:
Um das Foyer sowie den zentralen Ausstellungs- und Vortragsbereich
ziehen sich Rampen in die Höhe, die die terrassenförmig ansteigenden
Ausleihebenen fließend und barrierefrei miteinander verbinden. Der
Besucher durchwandert die Mediothek wie auf einer Promenade und erlebt
dabei je nach Standort und Ebene immer wieder neue Raumeindrücke.